Ob Staub, Späne, Öl oder explosionsfähige Materialien – bei der Auswahl des richtigen Industriesaugers kommt es auf viele Details an: Staubklasse, Filter, Bauart, geltende Normen und die konkrete Anwendung. In unserem Ratgeber haben wir die häufigsten Fragen rund um Industriesauger gesammelt und fachlich fundiert beantwortet – kompakt, verständlich und praxisnah. So erkennen Sie schnell, worauf es bei Ihrer Anwendung ankommt und welches Gerät zu Ihren Anforderungen passt. Nutzen Sie einfach die Suchfunktion, um direkt zur passenden Frage zu gelangen.
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Ja. Als Faustregel kommen bei einem Einsatz von mehr als fünf bis sechs Stunden pro Tag in der Regel 400-Volt-Sauger zum Einsatz, darunter meist 230-Volt-Geräte. Für den echten Dauerbetrieb sorgen robuste Antriebe wie Seitenkanalverdichter, die – anders als einfache Bürstenmotoren – dauerlauffähig sind. Wir beraten Sie zur passenden Motorbauart für Ihr Einsatzprofil.
Kompakte Geräte laufen meist mit 230 V, leistungsstarke Sauger für den Dauerbetrieb mit 400 V Drehstrom. Der passende Anschluss richtet sich nach Motorleistung und Einsatzprofil.
Der Volumenstrom gibt an, wie viel Luft der Sauger bewegt (wichtig für den Materialtransport), der Unterdruck steht für die Saugkraft. Grobe, große Mengen brauchen viel Volumenstrom, feiner Staub und lange Schläuche brauchen hohen Unterdruck – beides zusammen ergibt die passende Saugleistung.
Mobile Geräte auf Rollen eignen sich für wechselnde Einsatzorte und einzelne Maschinen. Stationäre bzw. zentrale Sauger sind fest installiert und dauerhaft an eine oder mehrere Maschinen angebunden. Viele Anwendungen lassen sich mit beiden Lösungen abdecken.
Ein Industriesauger ist ein leistungsstarkes Sauggerät für den gewerblichen Dauereinsatz. Er erfasst Stäube, Späne, Granulate, Flüssigkeiten und Aerosole direkt an der Entstehungsstelle und sorgt für saubere, sichere Arbeitsplätze. Anders als Haushaltsgeräte ist er auf hohe Saugmengen, robuste Bauweise und – je nach Ausführung – auf gesundheitsgefährliche oder explosionsfähige Stoffe ausgelegt.
Industriesauger sind für Dauerbetrieb gebaut: stärkere Motoren, größere Behälter, robuste Materialien und wartbare Filterstufen. Zudem sind sie nach Staubklassen (L/M/H) geprüft und können gesundheitsgefährliche oder brennbare Stoffe sicher aufnehmen – das leisten Haushaltsgeräte nicht.
Ein Saugmotor bzw. eine Turbine erzeugt Unterdruck. Das Luft-Material-Gemisch wird angesaugt, gröbere Bestandteile fallen in den Behälter, feiner Staub wird über eine oder mehrere Filterstufen abgeschieden, die gereinigte Luft wird ausgeblasen. Optional reinigt eine Filterabreinigung den Filter im Betrieb ab.
Ein Aktivkohlefilter bindet Gase, Dämpfe und Gerüche (z. B. Lösemittel) durch Adsorption. Für Stäube und Rauch ist er wirkungslos – hier ist ein HEPA-Filter richtig. Oft werden beide Stufen kombiniert.
Die Staubklassen sind in der EN 60335-2-69 geregelt und beschreiben den maximal zulässigen Durchlassgrad. Klasse L (< 1 %) für gering gefährliche Stäube, M (< 0,1 %) für gesundheitsgefährliche Stäube wie Holz- oder Metallstaub, H (< 0,005 %, also ≥ 99,995 % Abscheidung) für krebserzeugende und pathogene Stäube.
Ein Zyklonabscheider trennt Partikel per Fliehkraft vor dem Feinfilter ab. Das schont den Hauptfilter, ermöglicht große Standmengen und reduziert Filterwechsel. Vorteilhaft ist er nicht nur bei Spänen und Grobstaub, sondern auch bei leichtem, leicht statischem Feinstaub wie etwa Asche: Wenn große Mengen leichten Staubs anfallen, die sich sonst schnell auf der Filteroberfläche absetzen, ist ein Vorabscheider auf jeden Fall sinnvoll.
HEPA-Filter werden nach EN 1822 klassifiziert. Ein H13 scheidet mindestens 99,95 %, ein H14 mindestens 99,995 % der Partikel in der kritischsten Größe (MPPS) ab. Für Feinstaub und Staubklasse H sind H13/H14 üblich.
Eine Filterabreinigung befreit den Filter im Betrieb vom anhaftenden Staub – mechanisch per Rüttler oder per elektrischer Vibrationsabreinigung. Das hält die Saugleistung konstant und verlängert die Filterstandzeit, besonders bei großen Staubmengen.
Typisch ist ein mehrstufiger Aufbau: Vorabscheidung/Zyklon für grobe Partikel, Hauptfilter (Patronen- oder Taschenfilter), Feinfilter/HEPA für Feinstaub und optional eine Aktivkohlestufe für Gase und Gerüche.
Klasse L reicht für unbedenkliche Stäube, M ist der Standard für die meisten gewerblichen Stäube (Holz, Metall, Farbe), H ist Pflicht bei krebserzeugenden oder biologisch aktiven Stäuben wie Quarz, Asbest, Blei oder Schimmel. Im Zweifel entscheidet die Gefährdungsbeurteilung.
Das hängt von Einsatzdauer, Art und Konzentration der Schadstoffe ab – im Schnitt alle 6 bis 12 Monate. In Deutschland empfiehlt die Berufsgenossenschaft, in Österreich das Arbeitsinspektorat, mindestens einmal jährlich zu prüfen. Nachlassende Saugleistung zeigt einen fälligen Wechsel an.
Nein. Feine Metallstäube von Aluminium, Magnesium oder Titan sind hoch brennbar und können explosionsfähige Gemische bilden. Sie dürfen nicht trocken mit einem normalen Sauger aufgenommen werden – erforderlich sind speziell geeignete ATEX-Sauger.
Ja – dafür sind Öl- und Spänesauger gebaut, die Späne und Flüssigkeit trennen. Bei brennbaren Metallstäuben gelten die besonderen Anforderungen des Explosionsschutzes; maßgeblich ist die Gefährdungsbeurteilung.
Bei der staubarmen Entsorgung wird der Staub über ein geschlossenes System entnommen, ohne dass er beim Behälterwechsel wieder freigesetzt wird. Verbreitet sind Endlosbeutel-Systeme: Statt in einen Metallbehälter wird in einen endlos langen Beutel gesaugt, der bei Bedarf einfach verschlossen und abgetrennt wird – so lassen sich gesundheitsschädliche Materialien berührungsfrei entsorgen. Bei Staubklasse M und H ist eine staubarme Entsorgung vorgeschrieben.
Ein Sicherheitssauger ist ein bauartgeprüftes Gerät für gesundheitsgefährliche Stäube der Klassen M oder H. Er hält den vorgeschriebenen Durchlassgrad ein und ermöglicht eine staubarme Entsorgung.
Ein Trockensauger ist nur für trockene Stoffe ausgelegt. Ein Nass- und Trockensauger kann zusätzlich Flüssigkeiten aufnehmen – mit Schwimmerabschaltung bei vollem Behälter und flüssigkeitsbeständigen Filtern.
Öl- und Spänesauger trennen Feststoffe (Späne) und Flüssigkeit voneinander und sind für den Dauereinsatz an Werkzeugmaschinen gebaut. Der Kühlschmierstoff kann aufgefangen und teils in den Kreislauf zurückgeführt werden.
Für Flüssigkeiten ist ein Nasssauger nötig; ein reiner Trockensauger würde beschädigt. Wichtig ist die richtige Filterausstattung, damit Aerosole nicht in die Raumluft gelangen. Brennbare Flüssigkeiten dürfen nur mit ATEX-tauglichen Geräten aufgenommen werden.
Grundlage ist die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU. Für elektrische Geräte gilt die EN-60079-Reihe (u. a. EN 60079-31 für Staub), für nichtelektrische Bauteile die EN-ISO-80079-Reihe. Ein Gerät für Zone 22 trägt z. B. die Kennzeichnung „II 3D“.
Sobald brennbare Stäube (z. B. Aluminium, Holzmehl, Zucker, Kunststoff) oder brennbare Gase und Dämpfe auftreten können. Ob und in welcher Kategorie ein ATEX-Gerät nötig ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und dem Explosionsschutzdokument des Betreibers.
Beim Saugen können sich Schläuche, Behälter und Staub elektrostatisch aufladen – Funkenentladungen wären eine Zündquelle. Die TRGS 727 fordert deshalb eine leitfähige bzw. ableitfähige Ausführung und eine sichere Erdung aller Bauteile.
Ein ATEX-Industriesauger ist für explosionsgefährdete Bereiche gebaut. Er kommt zum Einsatz, wenn brennbare Stäube oder Dämpfe eine explosionsfähige Atmosphäre bilden können. Grundlage ist die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU mit den Staub-Zonen 20/21/22.
Für Staub gelten Zone 20 (ständig/langzeitig), Zone 21 (gelegentlich) und Zone 22 (selten/kurzzeitig). Ihnen sind die Gerätekategorien 1D, 2D und 3D zugeordnet.
Der Betreiber auf Basis seiner Gefährdungsbeurteilung und des Explosionsschutzdokuments nach § 6 GefStoffV. Der Hersteller kann keine pauschale Einsatz-Freigabe erteilen – wir unterstützen aber bei der Auswahl der passenden Gerätekategorie.
Ja – bei einem jährlichen Filterwechsel über AirMex erhalten Sie eine entsprechende Prüfplakette für Ihre Geräte.
Die Erfassung direkt an der Quelle ist die wirksamste Maßnahme: Sie verhindert, dass sich Schadstoffe in der Hallenluft verteilen, und ist im Arbeitsschutz vorrangig gegenüber raumlüftungstechnischen Lösungen.
Die CE-Kennzeichnung ist gesetzlich vorgeschrieben und bestätigt die Konformität mit den EU-Richtlinien. Das GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“) ist freiwillig und wird von einer unabhängigen Prüfstelle vergeben – es steht für zusätzliche, geprüfte Sicherheit.
Quarzstaub ist in der TRGS 559 geregelt (krebserzeugend), Holzstaub in der TRGS 553 (Hartholz krebserzeugend), Schweißrauch in der TRGS 528. Grundsatz ist die Erfassung an der Entstehungsstelle; je nach Stoff sind Klasse M oder H erforderlich.
Die TRGS 900 legt die Arbeitsplatzgrenzwerte fest. Der Allgemeine Staubgrenzwert beträgt 1,25 mg/m³ für die alveolengängige (A-)Fraktion und 10 mg/m³ für die einatembare (E-)Fraktion. Werden diese Werte überschritten, ist eine wirksame Absaugung erforderlich.
Zentral ist die EN 60335-2-69 (Sicherheit gewerblicher Nass-/Trockensauger inkl. Staubklassen). Hinzu kommen EN 1822 (HEPA-Filter), die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU mit der EN-60079-Reihe sowie die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG – nachgewiesen über die CE-Kennzeichnung.
Absaugende Geräte sind regelmäßig auf Funktion und Wirksamkeit zu prüfen. Sauger der Staubklasse H werden in der Regel mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person geprüft. Die Intervalle ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung und den DGUV-Vorschriften.
Ja – dafür gibt es hygienegerechte Ausführungen, meist in Edelstahl, mit HEPA-Filtration und leicht zu reinigenden Oberflächen. Bei sterilen Räumen oder brennbaren Produkten sind zusätzlich Reinraum- oder ATEX-Ausführungen zu wählen.
Überall dort, wo Stäube, Späne oder Flüssigkeiten anfallen: Metall- und Maschinenbau, Holzbearbeitung, Baustellen, Gießereien, Kunststoff- und Elektronikfertigung sowie Pharma-, Chemie- und Lebensmittelbetriebe, Gebäudereinigung und Handwerk.
Für die punktuelle Erfassung ja; die Feinstaubanteile erfordern eine hohe Abscheideleistung (bis Klasse H). Für die dauerhafte Schweißrauchabsaugung an festen Arbeitsplätzen sind spezielle Absaug- und Filteranlagen meist die bessere Lösung.
Ja. Als Punkt- bzw. Maschinenabsaugung lassen sich Sauger direkt an Werkzeugmaschinen und handgeführte Elektrowerkzeuge anschließen. Eine Einschaltautomatik startet den Sauger automatisch mit dem angeschlossenen Werkzeug.
Für gesundheitsgefährdenden Feinstaub ist Staubklasse H mit HEPA H14 und staubarmer Entsorgung erforderlich – etwa bei Quarz, Blei oder Schimmel. Asbest ist ausschließlich durch zugelassene Fachfirmen zu entfernen.
Je nach Ausführung trockene Stäube und Späne, Granulate, Flüssigkeiten, Öle und Kühlschmierstoffe, feuchte oder klebrige Stoffe sowie Aerosole. Für gesundheitsgefährdende oder brennbare Materialien sind spezielle Bauarten nötig.
Auf der Baustelle fallen häufig quarzhaltige Mineralstäube (Beton, Estrich, Fliesen) an – hier ist mindestens Staubklasse M mit Filterabreinigung sinnvoll. Robuste Bausauger bewältigen große Staub- und Schmutzmengen.
Ja – für Industriesauger bieten wir einen 8-tägigen Funktionstest, bei dem Sie das Gerät in aller Ruhe in Ihren eigenen Räumlichkeiten auf seine Funktion prüfen können, bevor Sie sich für den Kauf entscheiden. Eine Übersicht aller Geräte finden Sie bei den Industriesauger-Modellen.
AirMex liefert europaweit, mit besonderem Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und die Schweiz (D/A/CH). Wir beraten Handwerk und Industrie zu allen Arten von Industriesaugern.
Die Behältergröße richtet sich nach der anfallenden Menge und der gewünschten Standzeit. Bei großen Mengen sind ein Zyklon-Vorabscheider oder ein Endlosschlauch-System sinnvoll, um seltener zu entleeren.
Entscheidend sind Material, Menge, Staubklasse, mobil oder stationär, Anschlussart und Umgebung (z. B. ATEX). Am besten klären wir Ihre Anwendung gemeinsam – fordern Sie eine Beratung an.
Der Verbrauch hängt von Motorleistung und Betriebsdauer ab. Eine bedarfsgerechte Steuerung oder Frequenzregelung senkt den Energieeinsatz, indem die Leistung an den tatsächlichen Bedarf angepasst wird.
Das hängt von Motorbauart und Leistung ab. Für lärmsensible Arbeitsplätze sind Schalldämmung und Schalldämpfer verfügbar, die den Geräuschpegel deutlich reduzieren.
Sehr wichtig: Durchmesser und Länge des Schlauchs beeinflussen die Saugleistung, und die richtige Düse macht die Erfassung erst wirksam. In ATEX-Bereichen müssen Schläuche und Zubehör ableitfähig sein.
Zur Wartung gehören Filterkontrolle und -wechsel, Behälter leeren sowie das Prüfen von Dichtungen und Schläuchen. Geräte der Staubklasse H unterliegen zusätzlich der jährlichen Prüfung durch eine befähigte Person.
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